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Für Sie gelesen: Studien und Forschungsberichte

Die zentralen Aussagen aktueller Studien rund um die Komplementärmedizin finden Sie hier zusammengefasst (Verweise auf die Originalpublikationen finden Sie auf www.carstens-stiftung.de).

Achtung: Diese Rubrik wurde vollständig durch die Rubriken "Studien kurz und knapp" und "Studien kommentiert" unter www.carstens-stiftung.de ersetzt und wird daher seit dem 18.07.2011 nicht mehr fortgeführt.

11.05.2011: SPURENELEMENT LITHIUM

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Ein Jungbrunnen?

Lithium ist ein Spurenelement, das wir üblicherweise über pflanzliche Nahrungsmittel oder über das Trinkwasser aufnehmen. Lithiummangelerkrankungen beim Menschen sind bisher unbekannt. Als Arzneimittel wird Lithium jedoch erfolgreich bei psychischen Erkrankungen eingesetzt. In einer großangelegten Kohortenstudie wurde nun untersucht, in welchem Zusammenhang Lithiumkonzentrationen im Trinkwasser mit der Mortalität einer Bevölkerung stehen. Dafür wurden die Daten von 1.2 Millionen Japanern ausgewertet.
Die mittlere Sterberate der Bevölkerung von 18 benachbarten Kommunen in Japan wurde miteinander verglichen. Gleichzeitig wurde der Lithiumgehalt des Trinkwassers in den einzelnen Kommunen untersucht und mit der Sterberate in Verbindung gebracht. Dabei stellte sich heraus, dass in den Kommunen mit höheren Lithium-Konzentrationen im Trinkwasser die Sterblichkeit leicht geringer war als in solchen, wo die Lithiumkonzentration im Trinkwasser im Mittel niedriger war. Bei der Berechnung dieser Daten wurde eine eventuell verringerte Selbstmordrate in Kommunen mit erhöhter Lithiumkonzentration im Trinkwasser berücksichtigt - mit Hinblick auf die therapeutische Wirksamkeit von Lithium bei psychischen Erkrankungen.
Diese Ergebnisse besagen lediglich, dass eine ständige Versorgung mit Lithium zu einer insgesamt verringerten Sterblichkeit einer Bevölkerung beitragen könnte; einen kausalen Zusammenhang kann diese Studie aber nicht beweisen.

Daher haben die Autoren eine weitere Studie durchgeführt: Der Fadenwurm Caenorhabditis elegans ist ein beliebter Modellorganismus in der Entwicklungsbiologie, mit dem zahlreiche Erkenntnisse zum Altern auf zellulärer Ebene gewonnen wurden. Die Autoren haben diesen Fadenwurm verschiedenen Konzentrationen von Lithium dauerhaft ausgesetzt, die den niedrigen und erhöhten Trinkwasserkonzentrationen in den oben genannten Kommunen entsprachen. In diesen Versuchen konnte gezeigt werden, dass die hohen Lithiumkonzentrationen die Lebensdauer der Fadenwürmer statistisch signifikant erhöhten.

Diese Ergebnisse zusammengenommen zeichnen ein interessantes Bild. Es wäre wünschenswert, wenn ähnliche Untersuchungen auch in anderen Kulturkreisen unternommen werden könnten, um beispielsweise zu sehen, ob sich auch bei Europäischen Populationen eine positive Korrelation zwischen erhöhten Lithiumkonzentrationen und verringerter Sterblichkeit abzeichnet. Das etwas kurz dargestellte Tierexperiment ist eine interessante Beigabe, die zusätzlich ermutigen sollte, solch eine Untersuchung für unsere Breiten zu wiederholen.

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