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Die zentralen Aussagen aktueller Studien rund um die Komplementärmedizin finden Sie hier zusammengefasst (Verweise auf die Originalpublikationen finden Sie auf www.carstens-stiftung.de).
Achtung: Diese Rubrik wurde vollständig durch die Rubriken "Studien kurz und knapp" und "Studien kommentiert" unter www.carstens-stiftung.de ersetzt und wird daher seit dem 18.07.2011 nicht mehr fortgeführt.
Heuschnupfen, auch allergische Rhinitis genannt, ist mit 24 Prozent eine der häufigsten chronischen Krankheiten und in Europa sogar die häufigste Immunerkrankung überhaupt – mit steigender Tendenz.Eine der mittlerweile gut erforschten komplementärmedizinischen Therapien zur Behandlung des Heuschnupfens ist die Akupunktur. Der Nachteil dieser Therapie besteht aber darin, dass man sie nicht in Eigenanwendung durchführen kann. Anders hingegen verhält es sich mit der Akupressur, einer nicht-invasiven Variante der Akupunktur, die auf den gleichen Prinzipien basiert, aber von den Patienten selbst durchführbar ist.Eine australische Studie zeigt nun auf, dass im Besonderen die Ohrakupressur Potenziale für eine Selbstbehandlung bei Heuschnupfen-Symptomen birgt. 63 Patienten im Alter von 18 bis 70 Jahren wurden nach dem Zufallsprinzip auf zwei Gruppen verteilt (Gruppe Ohrakupressur: 31, Gruppe Scheinakupressur: 32). Alle Probanden erhielten eine Einführung in die Modalitäten der Behandlung, die sie dann dreimal täglich über einen Zeitraum von acht Wochen zu Hause durchführten, wobei wöchentlich im Wechsel das linke oder das rechte Ohr gewählt wurde. Benutzt wurden spezielle Akupressur-Stahlkugeln, die pro Behandlung jeweils an fünf spezifischen Punkten am Ohr angebracht wurden, ohne jedoch die Haut zu verletzen. In der Gruppe, die die Akupressur nur zum Schein durchführte, wurden andere, für die Indikation nicht relevante Punkte gewählt.
Hinsichtlich der allgemeinen nasalen / nicht-nasalen Symptomatik, der Nieshäufigkeit und der Fähigkeit, allgemeine Alltagsaktivitäten zu verrichten, schnitt die Ohrakupressur-Gruppe signifikant besser ab. Die Autoren schlussfolgern aus den erhaltenen Ergebnissen, dass die Akupressur im Einsatz bei Heuschnupfen-Patienten als unkomplizierte Selbstbehandlung, die zu Hause durchgeführt werden kann, teure Akupunktursitzungen ersetzen könne. Gleichzeitig wird jedoch darauf hingewiesen, dass weitere, größere Studien nötig seien, um repräsentative Ergebnisse bezüglich der Wirksamkeit, Kosteneffektivität und Sicherheit der selbst angewandten Ohrakupressur zu erhalten. Mit Vorsicht zu betrachten ist allerdings die Realisierbarkeit dieser Selbstbehandlung durch den Patienten. Dieser muss nämlich zum einen die Akupressur richtig durchführen und zum anderen überhaupt die Disziplin besitzen, sich über einen längeren Zeitraum jeden Tag drei Mal selbst zu behandeln. Außerdem muss die Anleitung durch einen qualifizierten Experten erfolgen, um Selbstbehandlungsfehler zu vermeiden. Wenn das nicht gegeben ist, nützen auch die besten Studienergebnisse nichts.
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