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16.07.2010: NATUR UND MEDIZIN fordert:

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Naturheilkunde ausbauen statt kürzen!

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Wollen SPD und CDU die Homöopathie abschaffen? Wenn Gesundheitsexperten der großen Volksparteien in aller Öffentlichkeit die Forderung diskutieren, den Kassen die Erstattung zu verbieten, bedeutet dies: Die Homöopathie ist wieder einmal in Gefahr!

Die Motivation, die hinter der Forderung steht, hat mit Vernunft nichts zu tun. Vielmehr ist sie Ausdruck ideologischer Verblendung und einer erschreckenden Unkenntnis. Klar wird dies, wenn man die Argumente der Homöopathie-Gegner betrachtet:

Es wird behauptet, das Verbot der Homöopathie würde Geld sparen. Falsch: die Gesamtbelastung durch die Homöopathie ist minimal. Die Kosten für ambulante homöopathische Behandlungen und homöopathische Arzneimittel machen 32 Millionen von insgesamt 54 Milliarden Euro aus, das sind 0,06 Prozent! Experten, die ernsthaft der Meinung sind, mit einem Verbot der Homöopathie könne das Gesundheitssystem saniert werden, machen sich lächerlich. Auch das Argument, irgendwo müsse man ja anfangen zu sparen, läuft ins Leere. Vielmehr zeigt es, dass die so genannten Experten von Homöopathie in der Praxis anscheinend ohnehin recht wenig verstehen. Sonst wüssten sie, dass es in einer homöopathischen Anamnese nicht nur um Symptome geht. Es werden Lebensumstände abgefragt, Ernährungsgewohnheiten besprochen, Stresszustände thematisiert. Die Homöopathie hat einen ganzheitlichen Ansatz.

In der Regel mündet ein Anamnesegespräch neben der Arzneimittelgabe in einer Lebensstilberatung mit dem Ziel der Prophylaxe und Prävention von Krankheiten. Dies wiederum sind Aspekte, die SPD und CDU ganz oben auf ihrer Gesundheitsagenda angesiedelt haben. Durch die Verhinderung von Krankheiten könnten Millionen Euro eingespart werden. Wer sich gegen die Homöopathie wendet, wendet sich gegen gesunde Lebensführung, Gesunderhaltung und Selbstfürsorge.

Überdies ist die Leistung für Homöopathie eine freiwillige Leistung der Kassen, die der Versicherte in der Regel durch ein zusätzliches Entgelt (Stichwort: Wahltarif) bezahlt. Im Gegensatz zur Behauptung der Gegner, bringt die Homöopathie den Kassen Vorteile! Bei der Techniker-Krankenkasse etwa ist man von einem positiven Kosten-Nutzen-Verhältnis überzeugt. Dort heißt es, mit einem Verbot würde man nichts einsparen, sondern unterm Strich sogar Geld verlieren.

Studien der Versorgungsforschung (z. B. von der Carstens-Stiftung hier oder das Schweizer Programm Evaluation Komplementärmedizin PEK) haben gezeigt, dass die Homöopathie in der Praxis (Bspw. bei unerfülltem Kinderwunsch: Homöopathie in der Gynäkologie) effektiv und kostengünstig ist. Patienten werden unter der Homöopathie gesund, und verursachen in der Langzeitbetrachtung weniger Kosten für konventionelle Leistungen.

Dramatisch an der Debatte ist, dass die Homöopathie als Aufhänger für eine grundsätzliche Marktregulierung missbraucht werden soll. Ein Verbot wäre nämlich der nächste Schritt in Richtung einer staatlich verordneten Kochbuchmedizin anstelle einer Medizinkultur, die auf individuelle Bedürfnisse der Patienten eingeht.

Der Grundsatz der Therapiefreiheit und die gesetzliche Verankerung der besonderen Therapierichtungen werden mit Füßen getreten.

Weiterhin wird behauptet, die Homöopathie sei gefährlich, weil sie sinnvolle Behandlungen verhindert. Dies ist ein Widerspruch und eine Beleidigung der Ärzte: Die Homöopathie, über die derzeit geredet wird, ist die ärztlich verordnete Homöopathie! Die entsprechende Zusatzbezeichnung wird nach einer Prüfung vor der Ärztekammer erteilt und erfordert eine Facharztbezeichnung, einen höheren Standard gibt es nicht. Den Ärzten, die Homöopathie anwenden, wird unterstellt, sie würden ihr medizinisches Handwerk nicht beherrschen und könnten nicht erkennen, wann eine konventionelle Behandlung notwendig ist. Das ist ein Schlag ins Gesicht!

Das Schlimmste an der derzeitigen Debatte ist aber, dass die Bedürfnisse der Patienten vollständig missachtet werden. Diskutiert wird über Doppelblindstudien, Placeboeffekte und Kosten, Kosten, Kosten. Tausende Menschen schenken der Homöopathie ihr Vertrauen und wurden durch sie geheilt. Ein Viertel der Deutschen bezeichnen sich als überzeugte Anhänger der Homöopathie. Sind das alles kopflose Spinner? Sicher nicht, wenn man bedenkt, dass insbesondere Akademiker aus der Mittelschicht die Homöopathie anwenden – eigentlich genau die Zielgruppe der großen Volksparteien.

Die so genannten „Volksvertreter“ interessiert all dies nicht. Wie besessen tanzen sie um das goldene Kalb einer „evidenzbasierten Medizin“, die von ihrem guten Ursprungsgedanken in der praktischen Umsetzung heute weit entfernt ist. Die Wünsche der Patienten, die Realität in der Praxis, die Erfolge der Krankenkassen und die positiven Erfahrungen tausender Ärzte mit der Homöopathie haben sie längst aus den Augen verloren.

NATUR UND MEDIZIN fordert im Sinne der Patienten und im Sinne der Sanierung des Gesundheitssystems: Komplementärmedizinische Ansätze in der Medizin müssen ausgebaut statt beschnitten werden! Die Homöopathie ist hierbei ein wichtiger Therapiebaustein.

Im Namen seiner Mitglieder wird NATUR UND MEDIZIN die weitere Entwicklung der Diskussion genau verfolgen. Gleichzeitig bereiten wir weitere Schritte in Richtung Gesundheitspolitik.

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Dr. Henning Albrecht, Vorstandsmitglied von NATUR UND MEDIZIN, hat einen offenen Brief zur aktuellen gesundheitspolitischen Diskussion verfasst. Hier gelangen Sie zu dem offenen Brief.

Hier gelangen Sie zu der Stellunganahme der Carstens-Stiftung.

Hier gelangen Sie zu der gesundheitspolitischen Rede, die Dr. Henning Albrecht auf dem Gesundheitstag in Bad Neuenahr gehalten hat.

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