Dr. Sigrid Krise vor dem Dr. von Haunersches Kinderspital, Kinderklinik der Ludwig-Maximiliams-Universität München

 

Universitätsklinik München will Homöopathie abstoßen

Ist das der medizinische Fortschritt?

Das renommierte Dr. von Haunersche Kinderspital der Universität München verfügt über einen Fachbereich Homöopathie – noch. Die fortschrittliche Orientierung des Münchener Krankenhauses in Richtung Integrative Medizin begann 1995 mit einer Anschubfinanzierung durch die Carstens-Stiftung.[i] Das Modellprojekt unter der Leitung von Dr. Sigrid Kruse war sehr erfolgreich: Nachdem die Förderung ausgelaufen war, trugen die Eltern kranker Kinder für ein Jahr das Geld zusammen, um eine benötigte Arztstelle weiter zu finanzieren, danach wurde von den Krankenkassen zwei Arztstellen explizit für die Homöopathie geschaffen. Dem Bundesverband Patienten für Homöopathie (BPH) zufolge, beabsichtigt die Klinikleitung des Haunerschen aktuell, den Vertrag von Frau Dr. Kruse Ende Juni diesen Jahres auslaufen zu lassen.[ii] In diesem Zuge solle das Angebot der homöopathischen Behandlung an der Klinik eingestellt werden.

Wissenschaftlich fundierte Integrative Medizin

Sigrid Kruse forschte bereits im Bereich Integrative Medizin am Münchener Kinderspital, u.a. zur homöopathischen Behandlung der Mittelohrentzündung. Ihre Studie[iii] erbrachte Hinweise darauf, dass Kinder, die an dieser Erkrankung leiden, unter Homöopathie schneller genesen als unter konventioneller Behandlung (Antibiotika, Nasentropfen, Schmerzmittel etc.) und tendenziell weniger Rückfälle erleiden. Vergleichbare Einzelstudien anderer Autoren berichten über ähnliche Ergebnisse.[iv][v] Eine Übersichtsarbeit aus 2017, die 17 Studien zur homöopathischen Behandlung von verschiedenen Infektionen der oberen Atemwege auswertete, dokumentiert ebenfalls eine kürzere Krankheitsdauer, einen verringerten Einsatz von Antibiotika sowie mögliche längerfristige Vorteile.[vi]

In Zeiten der Antibiotikaresistenzen, der risikoreichen Multimedikation mit der Folge einer zunehmenden Zahl gefährlicher iatrogener Erkrankungen besitzt das Dr. von Haunersche Kinderspital der Universität München mit seinem Fachbereich Homöopathie Leuchtturmcharakter. Denn die Medizin der Zukunft ist integrativ und bedient sich unvoreingenommen der jeweils erfolgversprechendsten Methoden aus dem gesamten Spektrum der verfügbaren Behandlungsoptionen, insbesondere, wenn es um Kinder geht. Auf das gesteigerte Bedürfnis der Patienten nach einer wissenschaftlich fundierten „Integrativen Pädiatrie“ reagierte daher auch die Carstens-Stiftung im Rahmen ihres gleichnamigen Projekts, das kürzlich mit großem Erfolg zum Abschluss gebracht wurde: An zwei Modell-Kinderkliniken in Deutschland wurden u.a. Naturheilverfahren, Homöopathie und Akupunktur eingesetzt und in der klinischen Anwendung bewertet.[vii]

Homöopathie am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Universität München soll weitergehen

Patienten, Elternvereine und Ärzteverbände fordern den Erhalt der Homöopathie am Münchener Kinderkrankenhaus, wo sie sich seit mehr als 20 Jahren bewährt hat, eingebettet in ein Konzept der Integrativen Medizin auf hohem universitärem Niveau. Sandra Rauchenecker, die Mutter eines ehemaligen Patienten von Frau Dr. Kruse, hat eine entsprechende Petition[viii] gestartet, in deren Begründung sie anführt: „Gerade bei chronisch und schwer kranken Kindern ist die Unterstützung durch die Homöopathie ein wahrer Segen.“ Die zuständigen Entscheidungsträger erhielten bereits viele ähnlich lautende Zuschriften.[ix] Sollte das Dr. von Haunersche Kinderspital tatsächlich planen, den Fachbereich Homöopathie einzustellen, käme dies einem bedauerlichen medizinischen Rückschritt gleich, der den Interessen der Patienten diametral entgegengesetzt wäre. Wir rufen daher dazu auf, präventiv die Petition von Frau Rauchenecker zu unterstützen und den Verantwortlichen zu schreiben.

 

--- Die Petition finden Sie unter https://bit.ly/2H7KL3x ---

 


Mailadressen der involvierten Entscheidungsträger:

Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kultus, Bernd Sibler: buero@sibler.de

Direktor der Kinderklinik: Christoph.Klein@med.uni-muenchen.de

Ärztlicher Direktor des Klinikums der LMU: Karl-Walter.Jauch@med.uni-muenchen.de

Dekan der medizinischen Fakultät der LMU: hickel@dent.med.uni-muenchen.de

Kaufmännischer Direktor der medizinische Fakultät der LMU: Markus.Zendler@med.uni-muenchen.de

Leiter der Personalabteilung: Philip.Rieger@med.uni-muenchen.de

Präsident der LMU Prof. Dr. rer.polit. Bernd Huber: praesidium@lmu.de

Bayerische Gesundheitsministerin Melanie Hummel, MdL: melanie-huml.de

Vorsitzender des Bayerischen Landtags-Ausschusses Gesundheit und Pflege Bernhard Seidenath, MdL: info@bernhard-seidenath.de

 


Quellenangaben:

[i]https://www.carstens-stiftung.de/artikel/modellprojekt-homoeopathie-in-der-paediatrie.html

[ii]https://www.bph-online.de/mutter-startet-petition-zum-erhalt-homoeopathie/

[iii] The homoeopathic treatment of otitis media in children--comparisons with conventional therapy. Friese KH, Kruse S, Lüdtke R, Moeller H.: The homoeopathic treatment of otitis media in children--comparisons with conventional therapy. Int J Clin Pharmacol Ther. 1997 Jul;35(7):296-301. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9247843

[iv] Jacobs J, Springer DA, Crothers D. Homeopathic treatment of acute otitis media in children: a preliminary randomized placebo-controlled trial. Pediatric Infectious Disease Journal 2001;20(2):177–83. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11224838

[v] Sinha M, Siddiqui V, Nayak C, Singh V, Dixit R, Dewan D, et al.: Randomized controlled pilot study to compare homeopathy and conventional therapy in acute otitis media. Homeopathy 2012;101(1):5–12. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22226309

[vi] Fixson A: Homeopathy in the Age of Antimicrobial Resistance: Is It a Viable Treatment for Upper Respiratory Tract Infections? Homeopathy 2017. DOI10.1055/s-0037-1621745. https://bit.ly/2vNeqtw

[vii]https://bit.ly/2WKjwac

[viii]https://bit.ly/2H7KL3x

[ix]https://bit.ly/2Ib6325