Karl und Veronica Carstens

Wir sind Natur und Medizin -
der Förderverein der Karl und Veronica Carstens-Stiftung.

Unsere satzungsgemäße Aufgabe ist die Unterstützung der Stiftungsarbeit, die vor über dreißig Jahren mit einer Vision begann:

„Der Arzt und die Ärztin der Zukunft sollen zwei Sprachen sprechen, die der Schulmedizin und die der Naturheilkunde und Homöopathie. Sie sollen im Einzelfall entscheiden können, welche Methode die besten Heilungschancen für den Patienten bietet.“
(Veronica Carstens)

 

Um dieses Ziel zu erreichen, gründeten der damalige Bundespräsident Prof. Dr. Karl Carstens und seine Frau, die Ärztin Dr. Veronica Carstens, 1982 die Karl und Veronica Carstens-Stiftung. Die große Resonanz, die das Ehepaar Carstens seitens der Bevölkerung erfuhr, führte dazu, dass sie nur ein Jahr später den Förderverein Natur und Medizin ins Leben riefen.

Die Spenden und Förderbeiträge der Mitglieder von Natur und Medizin e.V. ermöglichen die wissenschaftliche Erforschung von Naturheilkunde und Homöopathie, die Förderung des medizinischen Nachwuchses und die fundierte Aufklärung der Bevölkerung über Nutzen und Anwendung der Komplementärmedizin. 

Heute ist die Carstens-Stiftung : Natur und Medizin zu einer bedeutenden Wissenschaftsorganisation auf dem Gebiet der Komplementärmedizin gewachsen und wird durch eine starke Gemeinschaft von fast 30.000 Fördermitgliedern getragen.

Unsere Arbeit macht es möglich, dass Naturheilkunde und Homöopathie immer mehr Menschen zugutekommt.

 


Wofür wir stehen haben wir für Sie in unserem Info-Magazin zusammengefasst. Sie finden darin weitere Informationen, Gesundheitstipps und Buchempfehlungen.

 

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Erfahren Sie mehr über die Meilensteine unserer Förderung

Naturheilkunde und Homöopathie in der Kinder- und Jugendmedizin (2015-laufend)

Mehr als 400.000 EUR für die Integrative Pädiatrie

Die Carstens-Stiftung : Natur und Medizin fördert über drei Jahre ein deutschlandweites Projekt mit zwei Zielen:
1. Wirksame und sichere Therapien aus der Naturheilkunde und Homöopathie in die Pädiatrie zu integrieren und
2. Kinder vor unnötigen Maßnahmen und Wechselwirkungen zu schützen.

Ob Salbei-Tee bei Halsschmerzen, Zwiebelwickel bei Mittelohrentzündung oder Apis nach einem Insektenstich – die Eltern jedes zweiten Kindes in Deutschland haben ihre(n) Kleine(n) zuhause schon einmal mit Pflanzenpräparaten, Globuli und Co. behandelt. Naturheilkunde und Homöopathie sind längst in den Kinderzimmern angekommen. Dagegen gibt es in Kinderkliniken kaum ganzheitliche Behandlungskonzepte im Sinne einer integrativen Pädiatrie. Denn: An objektivem Wissen darüber, welche komplementären Verfahren sich bei welchen pädiatrischen Krankheitsbildern anbieten, wie stark pflanzliche und homöopathische Mittel bei Kindern dosiert werden müssen, ob Wechselwirkungen mit konventionellen Arzneien bestehen usw., fehlt es noch an vielen Stellen.

Die Carstens-Stiftung und ihre Fördergemeinschaft Natur und Medizin e.V. nehmen sich dieser Aufgabe an. Durch die systematische Aufarbeitung der bisherigen Forschung sollen wirksame und sichere Verfahren aus Naturheilkunde und Homöopathie für Kinder und Jugendliche identifiziert, bei Bedarf angepasst und ergänzt werden. Gleichzeitig sollen diese Verfahren zunächst an drei Kinderkliniken in München, Landshut und Essen implementiert werden. "Ziel ist ein ganzheitliches Behandlungskonzept, das die Vorteile beider medizinischen Richtungen zum Wohle der kleinen Patienten miteinander vereint", erläutert Nicole Germeroth, Geschäftsführerin der Carstens-Stiftung.

"Wir müssen die Balance von Gesundheit und Krankheit immer im Licht vieler Dimensionen sehen, auch unter seelischen, psychischen und Beziehungsaspekten", ergänzt Prof. Dr. Christoph Klein, Klinikleiter am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians Universität in München. Dort ist die Homöopathie dank eines Modellprojektes der Carstens-Stiftung : Natur und Medizin aus dem Jahre 1995 bereits in die ambulante und stationäre Pädiatrie integriert. Ausgehend von diesen ermutigenden Erfahrungen soll das breite Behandlungsspektrum in der Kinder- und Jugendmedizin nun auch um Verfahren aus der Naturheilkunde und Mind-Body-Medizin erweitert werden, welche die Ressourcen von Kindern aktivieren und stärken. Ausreichend Zuwendung spielt dabei ebenso eine Rolle, wie etwa Entspannungs- und Verhaltensübungen.

In der Kinderkrankenhaus St. Marien gGmbH in Landshut sollen Homöopathie und Naturheilverfahren vor allem in der psychosomatischen Abteilung sowie bei der stationären Behandlung chronisch kranker Kinder begleitend eingesetzt werden.

In der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Elisabeth-Krankenhauses Essen wird der Schwerpunkt auf Kopf- und Bauchschmerzen liegen, aber auch schwerwiegende, etwa neurologische oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sollen hier künftig unterstützend behandelt werden.

Begleitet wird die Entwicklung des ganzheitlichen Behandlungskonzeptes für Kinder und Jugendliche dabei von der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin der Kliniken Essen-Mitte, die auf mehr als zehn Jahre Erfahrung in diesem Bereich zurückblicken kann. Klinikleiter Prof. Gustav Dobos dazu: "Unsere Evaluation dieses Konzeptes ermöglicht, dass die in München, Landshut und Essen gewonnenen Erkenntnisse im Anschluss auch an weiteren Kinderkliniken auf der ganzen Welt genutzt werden können." Was für Erwachsene mittlerweile gängige Praxis ist – nämlich auch im Krankenhaus professionell mit Schul- und Komplementärmedizin zusammen behandelt zu werden – wird dann auch für Kinder endlich möglich sein.

Video-Interviews mit den Projektbeteiligten:
YouTube-Playlist

Nachwuchsförderung – für eine aufgeklärte Ärztegeneration (laufend)

Nachwuchsförderung – für eine aufgeklärte Ärztegeneration (laufend)

Mit den Fördermitteln von Natur und Medizin e.V. werden Fakultäten unterstützt, die Ihren Medizin-Studierenden das Wahlpflichtfach Homöopathie anbieten.

Zusätzlich werden an den Universitäten in ganz Deutschland studentische Arbeitskreise für Homöopathie gefördert, um den Studierenden den Kontakt mit komplementären Heilmethoden zu erleichtern. Diese Arbeitskreise können zukünftig die Grundlage für eine offizielle Institutionalisierung der Homöopathie an den Hochschule bilden.

Als bundesweite Vernetzung der Arbeitskreise hat die Carstens-Stiftung : Natur und Medizin außerdem ein dreitägiges Forum geschaffen, in dessen Rahmen sich Studierende und Ärzte, die bereits homöopathisch arbeiten, zweimal jährlich zum gegenseitigen Austausch treffen. Während des Treffens werden nicht nur wissenschaftliche Vorträge von namhaften Experten, sondern auch von den Studierenden selbst erarbeitete Workshops angeboten.

Einmal im Jahr wird durch die Förderbeiträge an Natur und Medizin e.V. ein zweitägiges Promotionsseminar realisiert, zu dem sich Studierende der Human-, Zahn- und Tiermedizin bewerben können, die ihre Abschlussarbeit im Bereich der Naturheilkunde oder Homöopathie planen. Darin werden Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens vermittelt, Beispiele erfolgreicher Doktorarbeiten vorgestellt und eigene Promotionsideen entwickelt oder vorgeschlagen.

Spezielle Kolloquien dienen Doktoranden im fortgeschrittenen Status dreimal im Jahr als vertiefendes Diskussionsforum für wichtige Themen rund um ihre Abschlussarbeit. Für die Fertigstellung herausragender Arbeiten können mit den Fördermitteln an Natur und Medizin e.V. auch Stipendien vergeben werden – bis heute wurden auf diese Weise an die 100 Doktorarbeiten gefördert und im eigenen Promotionsprogramm betreut.

Stiftungsprofessur zur Komplementärmedizin an der Charité (2008–2013)

Stiftungsprofessur zur Komplementärmedizin an der Charité (2008–2013)

Durch die Förderbeiträge an Natur und Medizin e.V. konnte erstmals in Deutschland Spitzenforschung auf dem Gebiet der Komplementärmedizin im Rahmen einer eigenen Professur durchgeführt werden. Man spricht von der so genannten Primärforschung, das heißt, es konnten neue, bisher nicht erfasste wissenschaftliche Daten erhoben werden. Die zweite Besonderheit an diesem Projekt: Die Förderung war als Basisfinanzierung ausgelegt. Mit den Förderbeiträgen wurde lediglich die Besoldung der Stiftungsprofessorin Claudia Witt und ihrer wissenschaftlichen Mitarbeiter abgedeckt – ohne Vorgaben oder Bedingungen. Dies garantierte größtmögliche Unabhängigkeit und Neutralität in Bezug auf die Forschungsergebnisse.

Die Schwerpunkte von Prof. Witt und ihrem Team lagen in der Akupunktur, Mind-Body-Medizin und Homöopathie. Geprüft wurden Wirksamkeit, Sicherheit und Kosteneffektivität dieser Behandlungsansätze bei chronischem Schmerz, in der Geriatrie und Onkologie.

Aus dem Projekt ist unter anderem auch eine Studie zur Effektivität der Homöopathie hervorgegangen: Mehr als 4.000 Patienten in über 100 Arztpraxen wurden acht Jahre lang beobachtet, so dass weltweit erstmals Erkenntnisse über die langjährige Wirkung der Homöopathie bei chronisch Kranken gewonnen werden konnten.

Dass das Konzept der basisfinanzierten Stiftungsprofessur erfolgreich gewesen ist, zeigt die Tatsache, dass die Stelle nach Ablauf der Förderung von der Charité selbst weitergeführt wurde. Dieses Projekt hat den Ausbau der Lehre an der Charité angestoßen. Diese umfasst heute nicht nur einen Regelstudiengang mit einer verpflichtenden Seminarstudie zur Mind-Body-Medicine, sondern auch einen Modellstudiengang, der in einem Seminar die Grundlagen ärztlichen Denkens und Handelns in der Integrativen Medizin vermitteln soll.

Damit ist die Weiterführung der Forschung zur Komplementärmedizin, aber auch die integrative Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses in Zukunft gesichert.

Fachambulanz für Naturheilkunde in der Onkologie (2003–2007)

Fachambulanz für Naturheilkunde in der Onkologie (2003–2007)

In Europa setzt jeder dritte Krebspatient komplementärmedizinische Heilmethoden ein. In Deutschland sind es sogar zwischen 60 und 80 Prozent. Darunter sind jedoch auch Selbstversuche mit zum Teil wenig erforschten Mitteln, die hinter dem Rücken des Arztes unternommen werden. Ein Missstand, dem durch die Förderbeiträge an Natur und Medizin e.V. begegnet werden konnte.

Mit der Einrichtung einer Fachambulanz für Naturheilkunde in der Onkologie an der Friedrich Schiller Universität Jena konnte der wichtige erste Schritt getan werden, naturheilkundliche Behandlungsmethoden gesichert und systematisch in die Onkologie der Universitätskliniken zu integrieren. Der damals amtierende Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums, Prof. Klaus Höffken, war gleichzeitig der Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, der führenden onkologischen Fachgesellschaft. Dies zeigt: In Jena wurde vonseiten der etablierten Onkologie ein Zugang zur Naturheilkunde gesucht. Hier öffnete eine im Fach führende Universitätsklinik, in der bislang ausschließlich konventionell behandelt wurde, erstmals ihre Tore für unkonventionelle Therapiemethoden. Die Devise lautete dabei: Kombination statt „Entweder-Oder“. 

Gemeinsam mit Prof. Höffken wurde das Konzept einer Ambulanz für Naturheilkunde mit einer von Natur und Medizin e.V. finanzierten Arzt-Stelle entwickelt. Dort sollte die Möglichkeit geschaffen werden, Krebspatienten professionell zu beraten. Die Arztstelle wurde mit Dr. Katja Zulkowski besetzt und schon bald entstand die Idee, intensiv mit den SANITAS Dr. Köhler Parkkliniken, einer Fachklinik für Naturheilverfahren in Bad Elster, zu kooperieren. Dr. Zulkowski wurde intensiv in Bad Elster wie auch in der Abteilung für Naturheilkunde der Universitätsklinik Berlin geschult. Unterstützt wurde sie von der Leitenden Oberärztin wie auch von einer mittlerweile für onkologische Erkrankungen ausgebildeten Gesundheitstrainerin aus Bad Elster.

Das Sozialgesetzbuch fordert die Selbstverantwortung gegenüber der eigenen Gesundheit. Dies wird in Jena ernst genommen. Im Beratungsgespräch wird die Autonomie der Patienten gefördert, der Behandlungsplan wird gemeinsam entwickelt. Dieser besteht aus klassischen Therapien der Naturheilkunde wie Schröpfen, Akupunktur oder der Misteltherapie und wird ergänzt durch ein optionales zehnwöchiges Gesundheitstraining.

Ziel des Projektes war die Verbesserung der Lebensqualität von Tumorpatienten durch naturheilkundliche Behandlungsformen. Ein primäres Therapieziel bestand dabei in der Linderung von Nebenwirkungen der konventionellen Therapie. Mittlerweile ist die Naturheilkunde-Ambulanz in Jena komplett ausgelastet. Die Wartezeiten für einen Termin sind bis auf ein halbes Jahr angestiegen. Für viele Krebskranke ein zu langer Zeitraum. Damit noch mehr Patienten die positiven Effekte einer komplementären Krebstherapie unter fachkundiger Anleitung erleben können, wäre es wünschenswert, ähnliche Einrichtungen auch an anderen Universitätskliniken zu etablieren.

Modellklinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin in Essen (2000–2010)

Modellklinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin in Essen (2000–2010)

Ziel dieser 10-jährigen Förderung war es, die Etablierung der Komplementärmedizin innerhalb der konventionellen Inneren Medizin zu ermöglichen. Hierzu war die intensive Erforschung komplementärer Methoden essentielle Grundvoraussetzung.

Durch die Förderbeiträge an Natur und Medizin e.V. konnte von 2000-2010 eine deutliche Zunahme der klinischen Forschung in der Naturheilkunde, d.h. mit echten Patienten in einem relevanten Klinik-Setting, erreicht werden. Die wissenschaftlichen Arbeiten befassten sich vor allem mit der Koronaren Herzkrankheit, gastrointestinalen Erkrankungen, Schmerz, Gesundheitsverhalten und Lebensqualität, aber auch mit brandaktuellen Themen wie dem Placeboeffekt.

Methodisch hat sich die Abteilung für Naturheilkunde und Integrative Medizin der Kliniken Essen-Mitte dabei der Erforschung nahezu aller naturheilkundlichen Verfahren gestellt, darunter insbesondere der Blutegeltherapie, der Akupunktur, der Mind-Body-Medicine sowie des Heilfastens. Später wurden diese um Verfahren aus traditionellen Medizinsystemen, wie der Traditionellen Chinesischen oder Indischen Medizin, ebenso erweitert, wie um neurobiologische Fragestellungen.

In den letzten Jahren haben insbesondere die Ergebnisse der neurobiologischen Grundlagenforschung im Bereich des autonomen und somatischen Nervensystems nachhaltig zum Verständnis von Schmerzsyndromen beigetragen. Damit sind die Voraussetzungen für die Erforschung potenzieller Wirkmechanismen und Reflextherapien geschaffen worden.

Die durch die Förderung in ihrer Wirksamkeit bestätigten naturheilkundlichen Verfahren bei Fibromyalgie, Reizdarmsyndrom, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa wurden zwischen 2007 und 2009 in die Leitlinien (medizinische Behandlungsempfehlungen) aufgenommen und kommen nun täglich Patienten in ganz Deutschland zugute.

Homöopathie in der Pädiatrie (1995–2001)

Homöopathie in der Pädiatrie (1995–2001)

Eltern ist es verständlicherweise sehr wichtig, dass ihrem Kind im Krankheitsfalle schnell und wirksam geholfen werden kann. Leider führen Medikamente gerade beim jungen Organismus nicht selten zu Nebenwirkungen, die man den kleinen Patienten gern ersparen möchte. Das Projekt verfolgte daher zwei Ziele: durch Verlaufsbeobachtungen und Studien sollte überprüft werden, ob die Homöopathie bei typischen Kinderkrankheiten eine wirksame Ergänzung oder Alternative zu den konventionellen Medikamenten sein könnte; und wenn dem so ist, sollte die homöopathische Therapie direkt an einer Universitätskinderklinik integriert werden.

Mit den Förderbeiträgen an Natur und Medizin e.V. wurden am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität München von 1995-2001 und von 1997-2000 zwei Assistenzarztstellen finanziert. Beide Ärztinnen, Dr. Sigrid Kruse und Dr. Katharina Naske, erlangten die Zusatzbezeichnung für Homöopathie. Ab August 2001 finanzierte Natur und Medizin e.V. eine Ärztin im Praktikum. Während dieser Zeit entstanden Kooperationen mit anderen Kinderkliniken im Bundesgebiet, in München, Tübingen, Frankfurt und Rostock. Mehrere Kliniken – ein Konzept, das bedeutete:

Für die Praxis der Ärzte: auf die Erfahrungen der anderen Kliniken, der dort tätigen Kollegen zurückgreifen und sich über die Fälle austauschen zu können.

Für die Dokumentation: Die Kliniken waren vernetzt, die Daten der homöopathisch behandelten Patienten wurden in einem gemeinsamen Dokumentationssystem gesammelt. Auf dieses System konnte jeder der behandelnden Ärzte zugreifen, um sich über vergleichbare Fälle zu informieren.
Für die Wissenschaft: an unterschiedlichen Orten die gleichen Studien durchführen zu können. Man spricht von multizentrischen Studien, die eine größere Überzeugungskraft besitzen, als Einzelstudien. Denn ist eine Studie an mehreren Orten unter identischen Studienbedingungen durchgeführt worden und zu ähnlichen Ergebnissen gekommen, so lässt sich das Ergebnis kaum noch anfechten.

Auf diese Weise gelang zum Beispiel am Dr. von Haunerschen Kinderspital die Integration der Homöopathie in alle Klinikbereiche, das heißt in die Ambulanz, Chirurgie, Neugeborenen-Intensivstation, Säuglingsstation und Onkologie – jeweils mit großem Erfolg und positiven Studienergebnissen.

So erwies sich die Homöopathie etwa bei Mittelohrentzündungen (Otitis media) als ebenso wirksam wie die konventionelle Therapie mit Antibiotika, verursachte aber weniger Nebenwirkungen. Antibiotika können Allergien bis hin zu schockartigen Reaktionen hervorrufen, es kann zu Hautausschlägen und Verdauungsbeschwerden kommen. Zudem treten nach der Einnahme gehäuft Pilzinfektionen auf. Ein weiteres Problem ist das Entstehen resistenter Keime, wenn Antibiotika zu häufig eingesetzt werden. Das Modellprojekt konnte jedoch zeigen, dass Kinder, die mit einer akuten Otitis media homöopathisch behandelt werden, ähnlich schnell und zuverlässig gesund werden. Schwere Komplikationen traten in keinem Fall auf und nicht nur die Dauer der Therapie war deutlich kürzer als bei konventioneller Behandlung, es kam tendenziell auch zu weniger Rückfällen. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei akuten Nasennebenhöhlen-Entzündungen (Sinusitis).

Die Tatsache, dass die ursprünglich von Natur und Medizin e.V. finanzierte Assistenzarzt-Stelle für eine homöopathisch arbeitende Ärztin mittlerweile von der Krankenkasse als Planstelle eingerichtet wurde, belegt die große Nachfrage und den außerordentlichen Erfolg des Modellprojektes.

Homöopathie bei unerfülltem Kinderwunsch (1993–1998)

Homöopathie bei unerfülltem Kinderwunsch (1993–1998)

Hoffen. Bangen. Jeden Monat eine neue Enttäuschung. Die Auseinandersetzung mit dem Zyklus, der Versuch, fruchtbare Tage zu bestimmen. Sexualität unter Druck, immer in der Hoffnung, dass es diesmal „klappt“. Die tickende biologische Uhr im Kopf. Vorsichtige Gespräche, an wem oder was es wohl liegen mag. Gespräche beim Gynäkologen. Untersuchungen. Hormonbehandlungen. Vielleicht eine künstliche Befruchtung. Vielleicht sogar eine Schwangerschaft. Aber dann die Enttäuschung, wenn es – wie leider nicht selten – zu einer Fehlgeburt kommt.

Mit den Förderbeiträgen an Natur und Medizin e.V. konnte in der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg die erste Ambulanz für Naturheilkunde an einer Universitätsklinik in Deutschland überhaupt eingerichtet werden. Über 5.000 Patientinnen aus dem gesamten Bundesgebiet nahmen zum Teil weite Anfahrten in Kauf, um sich in Heidelberg beraten und behandeln zu lassen. Das Beschwerdespektrum reichte dabei von zu starken oder schwachen Periodenblutungen, Beschwerden vor oder während der Mensis, in der Schwangerschaft oder im Klimakterium, bis hin zu hormonell bedingter Akne, Migräne oder Allergien. Behandelt wurde u.a. mit Akupunktur und pflanzlichen Heilverfahren. Von allen Erfolgen in der Ambulanz gehört jedoch die Erkenntnis, wie gut Homöopathie bei Fruchtbarkeitsstörungen wirken kann, zu den schönsten.

Dabei muss man zwischen organischen, hormonellen und psychischen Ursachen unterscheiden. In der Frauenklinik zeigte sich, dass organische Sterilitätsursachen, z.B. verklebte Eileiter, sehr gut konventionell behandelt werden können, etwa durch Pertubation und In-Vitro-Fertilisation. Bei nicht-organischen Ursachen zeigte sich jedoch die Stärke der Homöopathie.

Am Anfang jeder homöopathischen Behandlung stand neben einer umfangreichen Bestandsaufnahme der hormonellen Situation, der Bestimmung des Eisprungs usw., eine ausführliche Anamnese, die weit über die gynäkologische Problematik hinausging. Sie erfasste die verschiedensten Beschwerden und Symptome, die konstitutionelle Reaktionslage, die psychische Verfassung, die Interaktion mit dem sozialen Umfeld, die Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen. All diese Daten wurden dann ausgewertet und dasjenige homöopathische Arzneimittel ausgewählt, welches der „Gesamtheit der Symptome“ am ehesten entsprach.

Der Vergleich zwischen konventioneller Hormontherapie und Homöopathie zeigte: Bei beiden Behandlungsformen gab es eine relativ hohe Schwangerschaftsrate von knapp 30%, bei der Hormontherapie kam es jedoch zu weitaus mehr Fehlgeburten. Die so genannte „Baby-take-home-Rate“ fiel deshalb bei homöopathischer Behandlung fast dreimal höher aus, Nebenwirkungen gab es nicht. Die homöopathische Behandlung hatte also die gleiche Wirksamkeit bei weitaus weniger Komplikationen. Dazu betragen die Kosten nur ein Zehntel derjenigen der konventionellen Therapie. Jedes Paar mit unerfülltem Kinderwunsch sollte es also durchaus mit der Homöopathie versuchen!

 

Wenn auch Sie die Forschung zu Naturheilkunde und Homöopathie unterstützen möchten, werden Sie Fördermitglied bei Natur und Medizin e.V.

Carstens-Stiftung : Natur und Medizin Team