Erste Hilfe für kleine Abenteurer
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Kinderheilkunde
Kleine Verletzungen sind im Kindesalter häufig: Zum Glück reicht es meist aus, den geklemmten Finger unter kaltes Wasser zu halten, das Kind zu trösten und gegebenenfalls ein Pflaster aufzukleben. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Wundarten und erklären, wie man sie sachgerecht versorgt.
Vorab: Bei schweren Unfällen mit Verletzungen wie z.B. Knochenbrüchen, heftigen Stürzen auf den Kopf oder großflächigen Verbrühungen muss der Notarzt alarmiert werden: Telefon 112.
Darüberhinaus erfordert jede Wunde eine gezielte und angepasste Versorgung, um Infektionen zu vermeiden und die Heilung zu fördern. Ärztlicher Rat sollte eingeholt werden bei größeren, insbesondere klaffenden Schnittwunden, höhergradigen Verbrennungen (Blasenbildung, stark verbrannte Haut), Kopfverletzungen insbesondere mit Verdacht auf Gehirnerschütterung, deutlich sichtbaren Schwellungen und starken Schmerzen nach Prellungen/Verstauchungen (Röntgenaufnahme zum Ausschluss von Knochenbrüchen) insbesondere bei Handverletzungen, Augenverletzungen.
Gerade im Lauflernalter sind viele kleine Stürze die Regel. Ein blauer Fleck an der Stirn und am Schienbein erinnert noch wochenlang an das Ereignis. Aber nicht jeder Sturz und jede kleine Verletzung ist behandlungsbedürftig: Das regelmäßige Verabreichen von „Arnica-Globuli“, die manchmal auf Spielplätzen wie Gummibärchen beim geringsten Stolperer verteilt werden, ist sicher übertrieben und unnötig.
Wunden können unterschiedlich aussehen: von kleinen Schürfwunden über Schnitt- und Platzwunden bis hin zu tieferen Stichverletzungen oder Verbrennungen. Jede Wunde erfordert eine gezielte und angepasste Versorgung, um Infektionen zu vermeiden und die Heilung zu fördern.
Wer weiß, wie man verschiedene Wundarten bei Kindern richtig erkennt und behandelt, kann in Notfällen schnell und effektiv helfen.
Schürfwunden sollten zunächst einmal gründlich gereinigt werden. Besonders bei verschmutzten Wunden sollte ein Desinfektionsmittel angewendet werden: Ideal ist beispielsweise octenisept® Wund-Desinfektion Spray (100 ml), da es kaum brennt und gut verträglich ist. Anschließend sollte die Wunde – je nach Größe der Verletzung – mit einem sauberen Pflaster abgedeckt oder ein Verband aufgelegt werden.
Schnittwunden sollten ebenso versorgt werden; größere, insbesondere klaffende Wunden (d.h. die Wundränder liegen nicht von allein aufeinander) müssen gegebenenfalls ärztlich versorgt werden (Steristrips, Wundkleber oder Naht).
Verbrennungen sollten sofort, ausgiebig und für mindestens 5 Minuten mit kaltem, klarem Wasser gekühlt werden. Bei höhergradigen Verbrennungen (Blasenbildung, stark verbrannte Haut) muss eine chirurgische Behandlung erfolgen, bei der abgestorbene Haut entfernt und eine sterile Wundabdeckung aufgelegt wird.
Platzwunden kommen häufig bei kleineren Kindern vor, nicht nur im Kindergarten, sondern auch mal abends, wenn sie müde werden und dann unglücklich mit dem Kopf gegen die Heizung stolpern: Zuallererst mit einem möglichst sauberen Tuch gut auf die Wunde drücken; dann muss in der Regel eine ärztliche Versorgung in Anspruch genommen werden: Da die Wunde durch den Bluterguss noch anschwillt, sollte sie mit Wundkleber und Steristrips versorgt werden. Zu bedenken ist außerdem, dass eine Gehirnerschütterung vorliegen könnte – je nach Unfallhergang (s.u.).
Im Sportunterricht, aber auch auf dem Pausenhof oder auf Klassenfahrten, kann es zu Prellungen und Verstauchungen kommen. Bei deutlich sichtbaren Schwellungen, z. B. am Knöchel, Bewegungseinschränkung und starken Schmerzen sollte eine Röntgenaufnahme angefertigt werden. Damit kann ein unter Umständen von außen nicht erkennbarer Knochenbruch ausgeschlossen werden. Dies gilt insbesondere für Handverletzungen, z. B. durch in die Tür eingeklemmte Finger. Wenn ein Knochenbruch im Wachstumsalter nicht erkannt wird und bei dem Bruch möglicherweise die Wachstumsfugen verletzt wurden, kann dies später zu deutlichen Verkrümmungen oder Verkürzungen führen.
Zur Behandlung bei leichten Prellungen oder Verstauchungen eignen sich Salben, die Beinwell oder Arnika enthalten, ebenso Fertigpräparate wie Traumeel S® Creme: Dieses Präparat enthält gleich 14 verschiedene homöopathische Arzneimittel in verschiedenen Potenzen, Arnica montana D3 ist Hauptbestandteil.
Eine weitere, hilfreiche Möglichkeit sind Wickel, die man mit Retterspitz® äußerlich (350 ml) tränken kann: Die enthaltenden, heilsamen Öle und die Arnikatinktur wirken wohltuend, abschwellend und schmerzlindernd bei Zerrungen, Verstauchungen, Prellungen, Gelenksreizungen, Blutergüssen u.v.m.
Eine lästige, oft langwierige Angelegenheit sind entzündete Finger, die durch kleine Verletzungen oder Manipulationen wie Nägel- bzw. Fingerbeißen entstehen (Nagelbettentzündung, sog. Umlauf). Hierbei kann man auf octenisept® (250 ml) zurückgreifen und ein Fingerbad herstellen: Einen Eierbecher oder ein Schnapsglas befüllen und den betroffenen Finger einige Minuten darin baden; anschließend an der Luft trocknen lassen und dann z.B. mit Betaisodona® Salbe (25 g) betupfen; schließlich mit Pflastern oder einem kleinen Verband versorgen.
Fieberzäpfchen oder Wadenwickel?
Was steckt hinter Bauchschmerzen? Was kann ich gegen Läuse tun? – Viele praktische Selbsthilfetipps und Entscheidungshilfen
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ISBN: 978-3-945150-56-6
Erscheinungsjahr: 2016
15,00 EUR
Zum Shop »Wann muss der Notarzt alarmiert werden?
Wenn sich ein Unfall mit Verletzungsfolge ereignet hat, muss die erste Frage lauten: Benötigt das Kind ärztliche Hilfe? Bei schweren Unfällen mit Verletzungen wie beispielsweise Knochenbrüchen, heftigen Stürzen auf den Kopf oder großflächigen Verbrühungen muss der Notarzt alarmiert werden: Telefon 112. Bei leichteren Verletzungen muss abgewogen werden, ob ein Arzt aufgesucht werden soll.
Wenn sich der Unfall im Kindergarten oder in der Schule ereignet hat – also in öffentlichen Einrichtungen – muss ein D-Arzt (kurz für „Durchgangsarzt“) aufgesucht werden, der zur Behandlung von solchen Unfällen befugt ist.
Bei Hinweisen auf eine Gehirnerschütterung (s. Kasten) sollte unbedingt ärztlicher Rat – nach Möglichkeit bei einem Kinderchirurgen oder Kinderarzt – eingeholt werden und gegebenenfalls eine Überwachung im Krankenhaus erfolgen. Dies gilt ganz besonders für Säuglinge im ersten Lebensjahr (Sturz vom Wickeltisch).









