Hilfe aus der TCM: Wenn der Kopf zur Last wird
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Schmerz Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) bietet bei Migräne und chronischen Kopfschmerzen einen differenzierten Ansatz: Statt nur die Symptome zu behandeln, sucht die TCM nach den tieferliegenden Ursachen im Energiehaushalt des Körpers. Auf dieser Basis kommen dann gezielte Verfahren wie Akupunktur, Tuina oder Kräutertherapie zum Einsatz – mit dem Ziel, nachhaltig zu regulieren und so die Beschwerden zu lindern. Erfahren Sie mehr über die ganzheitlichen Ansätze der TCM in der Therapie und zur Vorbeugung von Kopfschmerzen.
Allein in Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft rund zehn Prozent der Bevölkerung regelmäßig unter Migräne. Dabei sind Frauen etwa dreimal häufiger betroffen als Männer. Die wiederkehrenden Attacken mit starken, meist halbseitigen Schmerzen, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen oder Licht- und Lärmempfindlichkeit, können die Lebensqualität erheblich einschränken.
Die Ursachen sind vielfältig, doch bleibt die konkrete Entstehung einer Migräne oft unklar. Während die moderne Medizin vor allem genetische Faktoren und eine Überempfindlichkeit des Nervensystems auf bestimmte Auslöser – sogenannte Trigger (Stress, Schlafmangel, hormonelle Veränderungen, bestimmte Nahrungsmittel oder Wetterumschwünge) – diskutiert, bietet die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ein ganz eigenes, jahrtausendealtes Erklärungsmodell:
Die TCM versteht Migräne als Ausdruck einer Störung des harmonischen Energieflusses im Körper – und bietet entsprechend eigene Ansätze für Therapie und Vorbeugung.
Gesundheit und Krankheit im Verständnis der Traditionellen Chinesischen Medizin
In der Vorstellung der TCM wird der menschliche Organismus von einem Netz aus Leitbahnen, den Meridianen, durchzogen, in denen die „Lebensenergie“ Qi zirkuliert. Ein ungestörter Fluss des Qi sorgt für das Gleichgewicht der Funktionen und Stoffwechselprozesse im Körper. Gerät dieser Fluss ins Stocken, kommt es zu Beschwerden – Kopfschmerzen sind ein typisches Beispiel.
Auch die Kräfte von Yin und Yang, also beruhigende und dynamisierende Prozesse im Innen und Außen, spielen eine Rolle. Gerät ihr Wechselspiel aus der Balance, kann dies die Funktion bestimmter Organpaare belasten.
Schmerzen
Maßnahmen zur Selbsthilfe bei Schmerzen von Kopf bis Fuß
Maßnahmen zur Selbsthilfe bei Schmerzen von Kopf bis Fuß
ISBN: 978-3-96562-002-5
Erscheinungsjahr: 2019
6,90 EUR
Zum Shop »Die TCM unterscheidet verschiedene Funktionskreise: Das sind Systeme, die nicht nur einzelne Organe im anatomischen Sinn bezeichnen, sondern auch deren energetische und funktionelle Zusammenhänge. Für Kopfschmerzen sind insbesondere die Funktionskreise Leber/Gallenblase, Milz/Magen, Niere/Blase und Lunge/Dickdarm von Bedeutung (der fünfte Funktionskreis, Herz/Dünndarm, spielt hier eher eine untergeordnete Rolle).
- Ein gestörter Funktionskreis von Leber/Gallenblase zeigt sich etwa durch Stress, Ärger oder aufgestaute Emotionen.
- Eine Leere von Milz/Magen oder Niere/Blase kann sich in Erschöpfung, Schwäche oder chronischen Schmerzen äußern.
- Der Funktionskreis Lunge/Dickdarm wird oft in Zusammenhang mit äußeren Faktoren wie Wind, Kälte, Hitze und Feuchtigkeit gebracht.
Neben äußeren Faktoren spielen auch innere Ursachen eine Rolle, die eng mit den sieben Emotionen – Freude, Zorn, Grübeln, Sorge, Trauer, Angst und Schrecken – verknüpft sind.
Kopfschmerzen und Migräne differenziert betrachtet
Eine gründliche Diagnose ist entscheidend, um die individuelle Disharmonie zu erkennen. Denn in der Praxis treten häufig Mischbilder auf, also Kombinationen von Fülle- und Leere-Mustern. Wichtig dabei ist: Zwei Menschen mit ähnlichen Symptomen können in der TCM eine völlig unterschiedliche Diagnose erhalten. Erst nach einer sorgfältigen Differentialdiagnostik entscheidet die Therapeutin oder der Therapeut, welche TCM-Muster im Vordergrund stehen. Daraus ergibt sich eine individuelle Therapie, die über eine rein symptomorientierte Behandlung hinausgeht.









