Anthroposophische Medizin: Sanfte Wege zu einem erholsamen Schlaf
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Schlaf
Schlafstörungen sind weit verbreitet und können die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Der folgende Beitrag zeigt mögliche Ursachen sowie ganzheitliche Ansätze der Behandlung – mit einem besonderen Schwerpunkt auf der anthroposophischen Medizin. Im Mittelpunkt steht dabei immer der individuelle Mensch mit seinen ganz eigenen körperlichen und seelischen Bedürfnissen.
Viele Menschen in Deutschland liegen nachts wach oder finden nur schwer in den Schlaf – ein Problem, das in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat und weiter zunimmt. Dennoch sprechen viele Betroffene nicht darüber und kämpfen sich Tag für Tag erschöpft durch ihren Alltag. Schlafstörungen werden oft hingenommen, obwohl sie den persönlichen Alltag erheblich beeinträchtigen können. Schätzungen zufolge leiden allein in Deutschland rund sechs Millionen Menschen darunter – darunter zunehmend auch junge Menschen und Jugendliche.
Die Belastung im Alltag und der Leidensdruck durch den ausbleibenden Schlaf sind hoch. Zu den Hauptsymptomen gehören Tagesmüdigkeit, mangelnde Belastbarkeit und Reizbarkeit. Bei länger andauernden Schlafproblemen ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz, Stoffwechselstörungen, Übergewicht und auch Krebserkrankungen erhöht.
Schlafstörungen sollten ernst genommen und – wenn sie erstmals auftreten – sorgfältig abgeklärt werden, denn nicht selten stecken auch organische Erkrankungen dahinter, wie etwa eine gestörte Schilddrüsenfunktion oder hormonelle Schwankungen. Gerade in den Wechseljahren sind Schlafstörungen bei Frauen häufig und sollten dann gegebenenfalls zunächst mit hormonell ausgleichenden Pflanzen aus der Frauenheilkunde behandelt werden, wie etwa der Traubensilberkerze.
Deutlich wird hier erneut, dass die Ursachenabklärung – wie es in der Medizin grundsätzlich sein sollte – die Grundlage jeder Therapie bildet. Wenn keine organische Ursache gefunden wird, stehen zunächst verschiedene nicht-medikamentöse Möglichkeiten zur Verfügung.
Wichtig sind eine gute sogenannte Schlafhygiene, d. h. regelmäßige Aufsteh- und Zubettgehzeiten, die richtige Raumtemperatur, das Essverhalten am Abend etc. Empfindliche Menschen sollten z. B. auch nach 14 Uhr kein Koffein mehr zu sich nehmen; dies zeigen neuere Studien. All das sollte zusätzlich zur Behandlung mit sanften, schlaffördernden Heilmitteln beachtet werden. Verschreibungspflichtige schulmedizinische Schlafmittel sollten – wenn überhaupt – nur für kurze Zeit, d. h. nicht länger als 14 Tage, eingenommen werden, da sonst die Gefahr einer Abhängigkeit besteht.
Welche Möglichkeiten bietet die anthroposophische Medizin?
Die Heilmittel der anthroposophischen Medizin zielen im Gegensatz zur schulmedizinischen Therapie nicht darauf ab, das Einschlafen zu erzwingen, sondern es sanft zu ermöglichen und günstige Bedingungen für einen natürlichen Schlaf zu schaffen. Hier kann bei Schlafstörungen, die durch eine unruhige Gedankenwelt entstehen, Phosphor D24/Malva Dilution gut helfen. Es werden abends vor dem Zubettgehen 20 Tropfen eingenommen. Ähnlich hilfreich ist in diesem Zusammenhang auch die Gabe von Avena comp. Globuli; hier reichen oft abends 15 Globuli. Bei starker Unruhe, auch tagsüber, können dreimal täglich 10–15 Globuli gegeben werden. Diese Zubereitung aus Hafer (Avena sativa) hilft auch bei Kindern und Säuglingen sehr gut.
Säuglinge und Kleinkinder unter sechs Jahren erhalten in der Regel drei bis fünf Globuli. Sollte diese Dosierung nicht ausreichend wirken, kann versuchsweise auf sieben bis zehn Globuli erhöht werden. Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren nehmen meist fünf bis zehn Globuli. Dabei richtet sich die geeignete Dosierung jedoch immer nach der individuellen Reaktionslage und der Konstitution des Kindes.
Auch die Zubereitung aus Passionsblume und Baldrian (Calmedoron Globuli) kann das Ein- und Durchschlafen unterstützen – die Wirkung ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Daher sollte immer individuell geprüft werden, was hilfreich ist. Gegebenenfalls ist es sinnvoll, hierzu Rat und Unterstützung bei einem naturheilkundlich-anthroposophisch tätigen Arzt bzw. einer Ärztin einzuholen.









