Naturheilkunde
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Fit und gesund – ein Leben lang

Fit und gesund – ein Leben lang

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Achtsamkeit Ernährung

Die Lebenserwartung steigt – wir werden immer älter. Doch wie schafft man es, 100 Jahre alt zu werden und dabei gesund, aktiv und zufrieden zu bleiben? Was machen Menschen anders, die ein ganzes Jahrhundert oder mehr leben? Wie ernähren sie sich? Welche Einstellung zum Leben haben sie, welchen Beruf haben sie gewählt – und welche Rolle spielen eine stabile Partnerschaft oder ein soziales Umfeld? Wir haben uns auf die Suche nach dem Geheimnis der Hundertjährigen gemacht.

Niemand möchte 100 Jahre alt werden, wenn das Leben nur noch im Pflegebett stattfindet. Was wir uns wünschen, ist Kompetenz im Alter – wie es in der Fachsprache heißt: die Fähigkeit, selbständig zu leben, ohne auf ständige Hilfe angewiesen zu sein. Dieses Ziel erreicht man jedoch nicht von heute auf morgen. Wer im Alter gesund und selbstbestimmt bleiben will, muss sich ein Leben lang aktiv um seine Gesundheit kümmern – und nicht erst damit beginnen, wenn die ersten Beschwerden auftreten.

Wie alt kann ein Mensch eigentlich werden?

An dieser Frage scheiden sich die Geister. Während man im Biologie- und Medizinstudium häufig lernt, dass der menschliche Körper ursprünglich für ein Lebensalter von etwa 72 bis 79 Jahren ausgelegt sei, verweisen andere auf die stetig wachsende Zahl von Hundertjährigen. Tatsächlich hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung im vergangenen Jahrhundert mehr als verdoppelt.

Dieser Anstieg ist vor allem auf deutlich verbesserte Lebensbedingungen zurückzuführen: bessere Hygiene, eine moderne medizinische Versorgung mit umfassenden Vorsorgeuntersuchungen, der drastische Rückgang der Säuglingssterblichkeit, erhöhter Arbeitsschutz sowie eine ausgewogene Ernährung mit allen wichtigen Nährstoffen tragen maßgeblich dazu bei.

Die Voraussetzungen für ein hohes Lebensalter sind also gegeben – manche Experten halten sogar eine durchschnittliche Lebenserwartung von bis zu 120 Jahren für realistisch. Und das erscheint sogar machbar, wenn man bedenkt, dass viele der heutigen Hundertjährigen unter deutlich schwierigeren Bedingungen aufgewachsen sind: Kriegserfahrungen, Mangelernährung, Überarbeitung oder Arbeitslosigkeit und Armut prägten häufig ihre frühen Lebensjahre.

Ob es künftig möglich sein wird, 120 Jahre alt zu werden, ohne dabei zum Pflegefall zu werden, bleibt offen – doch die Rahmenbedingungen dafür sind so günstig wie nie zuvor.

Fit und gesund – ein Leben lang

Voraussetzungen für ein langes Leben

Wer gesund alt werden möchte, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen – andernfalls wird das genetisch mögliche Lebensalter möglicherweise gar nicht erst erreicht. Doch zunächst stellt sich die Frage: Woran sterben Menschen heutzutage eigentlich?

In Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach wie vor die häufigste Todesursache. Mit einigem Abstand folgen Krebserkrankungen. Letztere sind zwar nicht immer, aber häufig genug auf ungünstige Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen.

Diese Statistiken zeigen: Es gibt durchaus Möglichkeiten, selbst Einfluss auf ein langes und gesundes Leben zu nehmen – etwa durch regelmäßige Bewegung und das Vermeiden von Übergewicht. Doch wie stark sind unsere Gene eigentlich an der Lebenserwartung beteiligt? Sind sie der entscheidende Faktor dafür, ob jemand 100 Jahre alt wird – oder lassen sich genetische Veranlagungen womöglich überlisten?

Lebensalter und Genetik

Wissenschaftlich erwiesen ist, dass unser Lebensalter zum großen Teil genetisch vorbestimmt ist. Das heißt: Waren die Großeltern alt, so hat man selbst auch eine große Chance, ein hohes Alter zu erreichen. Aber wer sagt, dass Oma und Opa nicht älter geworden wären, wenn ihre Lebensumstände besser gewesen wären? Auch die heutigen Hundertjährigen hätten mit besseren Lebensbedingungen möglicherweise noch ein besseres Leben. Osteoporose ist z. B. gerade bei den heutigen Hundertjährigen auf kalziumarme Ernährung und mangelnde Sportmöglichkeiten zurückzuführen.

Die Lebenserwartung Neugeborener in Deutschland liegt bei 83.0 Jahren für Mädchen und 78,2 Jahren für Jungen. Wie viele Jahre einem tatsächlich vorherbestimmt sind, kann bislang kein Genetiker sagen. Auch muss die Veranlagung zu einer Krankheit nicht unbedingt bedeuten, dass man sie tatsächlich bekommt.

Die zunehmende Lebenserwartung zeigt, dass durch die moderne Medizin das Lebensalter erheblich gesteigert werden konnte. Starb der Urgroßvater an Darmkrebs, so kann dieser heute zumeist geheilt werden. Derartige Beispiele gibt es viele. Man sagt, dass das hohe Alter zu 50 Prozent von den Erbanlagen und zu 50 Prozent von unserer Lebensführung abhängig ist.

Fazit

NATUR UND MEDIZIN sagt: Aufpassen!

Die Lebenserwartung ist in gewissem Maße genetisch vorgegeben – doch wie alt man tatsächlich wird, hängt maßgeblich vom eigenen Lebensstil ab. Wer ungesund lebt, kann seine Lebenszeit deutlich verkürzen. Umgekehrt lässt sich durch eine bewusste, gesunde Lebensführung – die auch seelisches Wohlbefinden, Zufriedenheit und soziale Stabilität einschließt – das genetische Potenzial oft deutlich ausschöpfen, wenn nicht sogar erweitern.

Was bedeutet eigentlich „gesund“?

Wenn man 100 Jahre alt werden will, muss man zuallererst auf die Gesundheit achten. Gesund alt zu werden bedeutet viel Mühe und Arbeit an sich selbst. Doch was genau fördert unsere Gesundheit wirklich? Folgende Faktoren spielen dabei eine entscheidende Rolle:

Die lebensverlängernde Ernährung

Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass Vegetarier (Verzicht auf Fleisch) länger leben als der Bevölkerungsdurchschnitt. Neuere Forschungsergebnisse besagen jedoch, dass Personen, die vorwiegend vegetarisch leben, sich jedoch nicht ganz ohne Fleisch und Fisch ernähren, noch fitter sind als die strikten Vegetarier.

NATUR UND MEDIZIN sagt: Aufpassen!

Viele wissenschaftliche Studien zu unterschiedlichen Ernährungsformen kommen zu einem klaren Ergebnis: Am besten für ein langes und gesundes Leben eignet sich eine vollwertige Ernährung – idealerweise mit viel frischem Gemüse, Obst und Salat, ergänzt durch ein- bis zweimal pro Woche Fleisch oder Fisch.

Dazu gehört auch, dass die Lebensmittel möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau stammen – also aus ökologischer Landwirtschaft. Dadurch erspart man sich etwa 80 Prozent der Schadstoffe, die man ansonsten in Lebensmitteln findet. Dabei legt die Vollwerternährung sehr großen Wert darauf, dass das Essen schmeckt und einen Genuss ermöglicht und nicht nur den körperlichen Bedarf an Nährstoffen deckt. Im Zusammenhang mit der Ernährung ist auch Folgendes wichtig: Übergewicht, Rauchen und Alkohol im Übermaß gehören nicht zu einer gesunden, lebensverlängernden Lebensweise.

Mit zunehmendem Alter wird es besonders wichtig, auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und Folsäure zu achten. Auch Jod und Kalzium spielen eine zentrale Rolle für die Gesundheit im Alter. Am sinnvollsten ist es, diese Werte regelmäßig vom Hausarzt überprüfen zu lassen.

Die Einnahme von Geriatrika – also von Präparaten, die angeblich Jugend und Vitalität erhalten oder das Leben verlängern sollen – ist umstritten. Die tatsächliche Wirksamkeit solcher Substanzen wird immer wieder bezweifelt. In vielen Fällen profitieren vor allem die Hersteller von diesen Mitteln. Ein eindeutiger wissenschaftlicher Nachweis für eine verlässliche Wirkung steht bislang aus. Daher sollten Geriatrika – wenn überhaupt – nur unter ärztlicher Aufsicht und nach sorgfältiger Abwägung eingenommen werden.

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Verlängert Bewegung die Lebenserwartung?

Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft ist Sport nötig, um gesund zu bleiben. Bewegungsmangel erhöht z.B. das Osteoporoserisiko (Knochenentkalkung), schwächt das Herz-Kreislaufsystem und verursacht verfrühtes Altern. Dabei sollte Bewegung Spaß machen. Die Vielfalt der angebotenen Sportarten von Aerobic bis Surfen sollte jedoch diese Möglichkeit eröffnen.

Als Mindestmaß, um gesund zu bleiben, wird dreimal wöchentlich 30 Minuten Bewegung empfohlen, erst bei über 70jährigen ist zweimal wöchentlich genug.

Hilft eine gute Partnerschaft das Leben zu verlängern?

Auch dies ist wissenschaftlich erwiesen: Die Ehe verlängert die Lebenserwartung. Der Mensch ist nicht gern allein und ein intaktes soziales Umfeld macht es leichter, Stress zu bewältigen. Zum anderen kann ein Partner im Krankheitsfall oder bei einem
Unfall wertvolle Unterstützung leisten.

Beruf und Lebenserwartung

Bestimmte Berufsgruppen – etwa technische oder soziale Berufe – sind mit einer höheren Lebenserwartung verbunden. Weniger begünstigt sind hingegen häufig Handwerks- und Arbeiterberufe. Unabhängig davon gilt: Wer seinen Beruf als erfüllend erlebt, empfindet mehr Zufriedenheit. Anerkennung für die eigene Arbeit wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus und kann die Gesundheit stabilisieren – oder sogar verbessern. Im Gegensatz dazu stellt Mobbing eine ernsthafte psychische Belastung dar: Personen, die diesem menschlichen Fehlverhalten ausgesetzt sind, werden nicht nur leichter krank, sie sind auch weniger leistungsfähig.

Durch den ständigen Stress, der damit verbunden ist, können sogar schwere Krankheiten ausgelöst werden bis hin zu Krebs und massiven Depressionen, die oft genug zum Selbstmord führen. Mobbing ist schlichtweg Körperverletzung und sollte gerichtliche Folgen für den Ausführenden haben. Um die Lebenserwartung nicht drastisch zu verringern, bleibt der oder dem Betroffenen leider zumeist nichts anderes übrig, als sich einen anderen Job zu suchen.

Der Einfluss der Psyche

Nicht umsonst heißt es, dass die meisten Krankheiten auch eine psychische Ursache haben. Hier spielt der Beruf eine Rolle, aber auch das private Glück.

Wer glücklich ist, wird seltener krank.

Ist man ungewollt allein, hat man Probleme mit den Kindern, dem Partner, reicht das Geld hinten und vorne nicht, hat man keine Freunde oder andere Probleme, kurz: Wenn man unglücklich oder zumindest nicht zufrieden ist, so wirkt sich dies nachteilig auf die Lebenserwartung aus.

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Ruhe und Erholung

Ständiger Stress, ob gewollt oder ungewollt, vergrößert die Gefahr krank zu werden, bis hin zum Herzinfarktrisiko. In der heutigen Zeit ist eine wöchentliche Arbeitszeit von vierzig Stunden oft schon die Ausnahme. Druck vom Chef, der berufliche Leistungsdruck generell, Angst den Arbeitsplatz zu verlieren, private Hektik: all dies sind typische Zeiterscheinungen, die sich über kurz oder lang auf die allgemeine Lebenserwartung auswirken werden.

Zusammenhängend mindestens drei Wochen Urlaub im Jahr, täglich mindestens 20 Minuten ruhige Mittagspause, ein verpflichtungsfreier Tag pro Woche, täglich ein bis zwei Stunden zur Entspannung helfen, die Lebenserwartung zu erhöhen.

Die größte Heilung ist die Ruhe der Seele. (Seneca)

Umweltverschmutzung und ihre Auswirkungen auf die Lebenserwartung

Die Lebenserwartung steigt derzeit zwar weiterhin an, doch es gab bereits Rückschläge – so sank sie beispielsweise in den 1970er Jahren zeitweise. Gleichzeitig nehmen Allergien und bestimmte Krebsarten rapide zu. Länderübergreifende Studien belegen eindeutig, dass insbesondere die intensive Verwendung von Pestiziden (Schädlingsbekämpfungsmitteln) eine wesentliche Ursache für diesen Anstieg darstellt.

Die Medizin hat sich zwar so weit entwickelt, dass sie die gesundheitlichen Folgen der Umweltverschmutzung bislang weitgehend ausgleichen kann. Doch wie lange dies noch möglich sein wird, bleibt fraglich – vor allem vor dem Hintergrund der steigenden Behandlungskosten.

Ein weiterer kritischer Punkt: Bei Kindern und Jugendlichen im Alter von ein bis vierzehn Jahren ist der Verkehrsunfall die Haupttodesursache. Es sind also nicht nur die Schadstoffe von Fahrzeugen, die die Lebenserwartung erheblich verkürzen können.

Die Völker der Hundertjährigen

Immer wieder hört man von Bevölkerungsgruppen, in denen außergewöhnlich viele Menschen ein sehr hohes Alter erreichen. Ihre Lebensdaten lassen sich oft durch Taufregister und ähnliche Dokumente verlässlich nachweisen. Doch was genau ist über diese „Hundertjährigen“ bekannt? Folgen sie tatsächlich den zuvor beschriebenen Gesundheitsfaktoren, die ein langes Leben fördern?

Die Bewohner von Hunza

Das Tal Hunza gehört zu Pakistan und liegt in einem Hochgebirge zwischen dem eigentlichen Himalajagebirge und dem Kunlun. Die Einheimischen sollen sehr vital sein und geistig sowie körperlich gesund oft weit mehr als hundert Jahre alt werden. Sie bauen selbst Obst, Getreide und Gemüse an. Die Kinder werden zwei (Mädchen) bzw. drei (Jungen) Jahre lang gestillt und eine Säuglingssterblichkeit gibt es praktisch nicht. Die Ernährung ist vorwiegend pflanzlich mit viel Obst sowie Gemüse und kann als vollwertig bezeichnet werden. Getrunken wird das klare, mineralhaltige Gebirgswasser. Auch Traubenwein aus eigenem Anbau genießen diese Menschen. Übergewicht scheint unbekannt. Es handelt sich um eine gesunde, langlebige Ethnie, die in ihrem Lebensraum von Umweltverschmutzung verschont ist. Ihre Mitglieder sind ausgeglichen, zufrieden und bleiben ein Leben lang aktiv. Ein zur „Ruhe setzen“ scheint es nicht zu geben.

Die Einwohner von Vilcabamba

Die Bewohner von Vilcabamba, das 1500 Meter hoch gelegene Andental, das zu Ecuador gehört, werden ebenfalls über hundert Jahre alt. Unsere Haupttodesursachen wie Kreislauf- oder Herzleiden und Krebs sind ihnen ebenso unbekannt wie den Hunzas. Die alten Menschen sind in Vilcabamba ebenso vital, lebensfroh und gesund wie die jungen. Auch bei diesem Volk kann man die Kost als Vollwertnahrung bezeichnen und Übergewicht scheint völlig unbekannt. Auch hier wird mineralhaltiges Trinkwasser aus den Bergen getrunken. Aber ebenso genießt man etwas Alkohol und angeblich rauchen manche sogar. Davon abgesehen sind ihnen Umweltgifte fremd.

Diese Hundertjährigen teilen einige wesentliche Merkmale: Sie ernähren sich fettarm und reich an Vitaminen, Mineralstoffen sowie Spurenelementen – dabei kommt Fleisch nur in geringem Maße auf den Tisch. Übergewicht ist selten, und sie bleiben bis ins hohe Alter körperlich aktiv. Lebensfreude und eine ausgeglichene Work-Life-Balance ohne die typische berufliche Überlastung unserer modernen Gesellschaft prägen ihren Alltag. Außerdem sind sie kaum Umweltbelastungen ausgesetzt, da sie meist in Regionen leben, die fernab von Industrie und Großstädten liegen.

Die Insel Okinawa – 100 Jahre jung und gesund – was machen die Einwohner anders als wir?

„Insel der Hundertjährigen“ wird die Insel Okinawa im Süden Japans auch genannt. Japan hat weltweit die höchste Lebenserwartung, aber dort erreichen besonders viele Menschen das magische Alter von 100 Jahren. In Okinawa gibt es auch 82 Prozent weniger Brustkrebsfälle als zum Beispiel in Deutschland. Nach wie vor weiß man nicht so genau, was die Einheimischen dort so alt werden lässt, ob es die gesunde Ernährung oder die Gene sind. Wie Sie in dem Vorhergehenden gelesen haben, beeinflussen viele Faktoren die Lebenserwartung.

Die Besonderheiten von Okinawa

In Okinawa kommen kaum Fertiggerichte auf den Tisch. Die Bewohner nehmen meist traditionelles Essen zu sich und bewegen sich viel!
Prof. Dr. Makoto Suzuki forschte mehr als 25 Jahren am Zentrum für Langlebigkeit in Okinawa. Er führt folgende vier Gründe für die Langlebigkeit der Bewohner auf:

  • die besondere Esskultur
  • sie sind körperlich aktiv und arbeiten viel auf dem Feld
  • sie haben eine Lebensaufgabe und arbeiten bis ins hohe Alter
  • sie verfügen über ein gefestigtes soziales Netzwerk – man hilft sich gegenseitig.

Prof. Suzuki empfiehlt, sich nur zu 80 Prozent satt zu essen. Damit hat der Körper mehr Zeit zu verdauen und man bleibt schlank. Damit sinkt das Risiko für Krebs und der Körper hat mehr Zeit für Reparaturen. Er sieht einen klaren Zusammenhang zwischen Krebs und Ernährung. Zu fett und zu süß führt nur zu Übergewicht. Selbstverständlich müssen auch die Bewohner von Okinawa irgendwann sterben. Jedoch werden sie in der Regel mindestens 100, werden dann schwächer und schlafen irgendwann friedlich ein. Eine Traumvorstellung? Wohl für die meisten von uns.

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Was sind die „Blue Zones“?

Der Begriff der „Blue Zones“ bezeichnet Menschen in einem homogenen geografischen Gebiet, die länger und gesünder leben als der Durchschnitt. In der jeweiligen Zone hat die Bevölkerung denselben Lebensstil und teilt sich dieselbe Umwelt.

Diese Bezeichnung kommt daher, dass die Autoren mit einem blauen Stift auf einer Landkarte Dörfer mit einer langlebigen Bevölkerung kennzeichneten.

Folgende Regionen gehören dazu:

  • Okinawa (Japan)
  • Sardinien (Italien)
  • Nicoya Halbinsel (Costa Rica)
  • Ikaria (Griechenland)

Gemeinsam sind allen

  • eine pflanzenbasierte Ernährung,
  • eine moderate Kalorienzufuhr,
  • ein geringer Tabak- und Alkoholkonsum,
  • regelmäßige körperliche Bewegung,
  • starke soziale Bindungen.
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Studien über Hundertjährige

Zahlreiche Studien haben sich mit der Lebensweise von Hundertjährigen beschäftigt. Trotz individueller Unterschiede zeigen sich dabei immer wieder gemeinsame Merkmale: Eine günstige genetische Veranlagung – oft erkennbar am hohen Alter der Eltern –, ein einfaches, bescheidenes Leben sowie ein normales Körpergewicht. Zudem raucht die überwiegende Mehrheit dieser Menschen nicht. Wenn geraucht oder Alkohol getrunken wird, dann nur vereinzelt bzw. in kleinen Mengen. Die meisten der Hundertjährigen glauben, dass sie ihr hohes Alter täglicher, harter körperliche Arbeit, möglichst in freier Natur, zu verdanken haben. Untätigkeit passt nicht zu den Hundertjährigen. Viele gehen oft spazieren oder wandern. Auch Gartenarbeit gehört zu ihrem Alltag und geistige Aktivität: Interesse an der Familie, den Nachkommen und überhaupt an allem, was in ihrer Umgebung passiert. Auch die tägliche Zeitung wollen viele nicht missen. Geistiges Training hält die alten Leute fit. Die meisten 100jährigen sind humorvoll und haben Freude am Leben. Die liebevolle Behandlung durch die Menschen ihrer Umgebung, vor allem auch der Familie, ist von großer Bedeutung. Unverheiratete sind bei den Betagten selten dabei. Ärger, Stress und Aufregung werden möglichst gemieden. Es ist kein Zufall, dass viele Hundertjährige aus Regionen stammen, in denen ein gelassenes, entschleunigtes Leben vorherrscht und Hektik kaum eine Rolle spielt. Medikamente wie Geriatrika oder spezielle ‚Anti-Aging‘-Lebensmittel haben zu ihrer Langlebigkeit hingegen kaum beigetragen.

Literatur-Tipp

Das Geheimnis jung zu bleiben und alt zu werden

Dr. Andrea Flemmer: „Das Geheimnis jung zu bleiben und alt zu werden“, erschienen beim Goldegg Verlag Wien 2021. Über den Buchhandel zu beziehen.

Hinweis: Der Artikel „Fit und gesund – ein Leben lang“ von Dr. Andrea Flemmer ist ursprünglich in unserer Mitgliederzeitschrift (01/2026) erschienen.

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Dr. med. Andrea Flemmer
Dr. med. Andrea Flemmer

Andrea Flemmer ist promovierte Diplom-Biologin und Ernährungswissenschaftlerin. Nach der Promotion begann sie als kommunale Umweltschutzbeauftragte und hielt Vorlesungen rund um die Thematik „Einführung in Natur- und Umweltschutz“ an der Fachhochschule München. Im Februar 2023 erschien ihr 43. Buch: „Autoimmunerkrankungen – Das kann ich selbst tun“.