Naturheilkunde
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Selbstwirksamer Leben – Impulse für ein erfülltes Dasein

Selbstwirksamer Leben – Impulse für ein erfülltes Dasein

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Mentale Gesundheit Achtsamkeit

Was wäre, wenn Sie Ihrem Leben wieder mit mehr Vertrauen begegnen könnten – Vertrauen in Ihre Fähigkeiten, Ihre Entscheidungen und Ihre innere Stärke? In einer Welt, die sich oft schnell und unüberschaubar anfühlt, sehnen sich viele Menschen danach, wieder selbst das Ruder in die Hand zu nehmen. Genau hier setzt das Prinzip der Selbstwirksamkeit an. Es beschreibt die Kraft, das eigene Leben bewusst und aktiv zu gestalten – statt sich ausgeliefert zu fühlen. In diesem Beitrag erfahren Sie, was Selbstwirksamkeit bedeutet, wie sie mit Achtsamkeit und ganzheitlichen Methoden gestärkt werden kann und warum kleine, bewusste Schritte oft der Anfang großer Veränderungen sind.

Was bedeutet Selbstwirksamkeit?

Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu haben – auch, wenn die Zeiten einmal herausfordernd sind – das bedeutet Selbstwirksamkeit. Denn: Wer sich selbst selbstwirksam erlebt, lässt das Leben nicht einfach nur geschehen, sondern gestaltet es aktiv mit. In den humanistischen Therapieverfahren ist Selbstwirksamkeit ein zentrales Element. So ist die Haltung u.a., dass jeder Mensch den Schlüssel zur Lösung seiner Themen bereits in sich trägt. Durch Muster, Prägungen oder auch belastende Erfahrungen kann dieser jedoch schonmal verschüttet sein. Der begleitende Therapeut gibt die Lösung für die Themen dann nicht vor, sondern begleiten seine Klienten dabei, ihren Schlüssel bzw. Weg in sich selbst wiederzufinden. Jeder, der schonmal einen (ungebetenen) Ratschlag erhalten hat, weiß, dass sich eine von einer anderen Person vorgeschlagene Lösung oft nicht stimmig anfühlt. Denn nur, weil es für einen anderen Menschen passt, muss es für einen selbst nicht automatisch auch so sein. Wir sind schließlich Individuen. Kommen wir hingegen selbst drauf und treffen so auch Entscheidungen aus unserem eigenen Inneren heraus, fühlt es sich meist passender an. Dieser Ansatz wird auch in vielen naturheilkundlichen bzw. ganzheitlichen Verfahren angewandt. Er setzt wichtige Ressourcen für das körperliche und mentale Wohlbefinden frei.

Das Hier und Jetzt bewusst gestalten

Wie oft passiert es uns, dass wir mit den Gedanken in der Vergangenheit oder Zukunft sind? Und das oft unbewusst. Die Gegenwart zieht dann einfach an uns vorbei. Dabei können wir nur auf sie aktiv Einfluss nehmen. Schließlich ist die Vergangenheit vorbei und die Zukunft noch ungewiss. Dafür müssen wir jedoch den gegenwärtigen Moment erst einmal bewusst wahrnehmen. Das gelingt, indem wir uns immer wieder die Zeit nehmen, um kurz in unser Inneres reinzuspüren.

Fragen Sie sich dabei z.B.: „Welche Gefühle sind gerade in mir präsent?“, „welche Körperempfindungen bemerke ich?“ und „welches Bedürfnis nehme ich jetzt wahr?“. Zum Abschluss eignet sich die Frage: „Was brauche ich gerade in dem Moment, um besser durch den Tag/ die Situation zu kommen?“ Durch achtsame Momente und das Gewahrsein dessen, was ist, lernen wir unsere Bedürfnisse, Gefühle und Grenzen besser kennen. In der Folge können wir sie umsetzen und auch anderen gegenüber ausdrücken. Wir leben und handeln dadurch selbstwirksamer.

Auch unsere kleinen Erfolge sollten wir uns vor Augen führen und anerkennen, so sind sie doch allesamt wichtige Schritte, wenn es z.B. darum geht, sich ein größeres Lebensziel zu erfüllen. Letzten Endes richten wir uns so dann sogar in der Gegenwart bewusst für die Zukunft aus.

Ganzheitliche Medizin: Körper, Geist und Seele stärken

Auch in der Naturheilkunde bzw. der ganzheitlichen Medizin gibt es, wie bereits erwähnt, Ansätze, die die Selbstwirksamkeit der Patienten unterstützen. Etwa die sogenannten Mind-Body-Methoden, die sich auf Elemente aus Achtsamkeit, Bewegung, Kräuteranwendungen und Meditation stützen und so das Vertrauen in uns selbst sowie die Selbstwirksamkeit fördern.

Impulse für kleine Selbstwirksame Übungen

NATUR UND MEDIZIN sagt: Aufpassen!
  1. Achtsamkeit praktizieren: Tägliche kurze Meditationen (etwa fünf bis zehn Minuten), Atemübungen oder bewusste kleine Pausen fördern den Selbst-Kontakt.
     
  2. Bedürfnisse erforschen: Sich regelmäßig einige Minuten Zeit nehmen und in sich reinspüren, was sich gerade in dem Moment an Körperempfindungen und Gefühlen zeigt. Was brauchen Körper und Seele gerade und wie kann ich es (bestmöglich) umsetzen?
     
  3. Entscheidungen treffen: Durch kleine, selbstbestimmte und v.a. bewusste Entscheidungen im Alltag stärken wir schon das Gefühl von Selbstwirksamkeit.
     
  4. Erfolge bewusst machen: Jeder noch so kleine Schritt zählt und sollte entsprechend auch gewürdigt werden. Gerade vor Herausforderungen kann es zudem sinnvoll sein, sich immer wieder bewusst zu machen, was man im Leben bereits geschaffen und geschafft hat. Auf diese Weise bestärkt man sich selbst.

Ausblick

Wie (fast) alles im Leben können wir auch Selbstwirksamkeit üben. Die zuvor genannten Impulse können dabei unterstützen. Durch Selbstwirksamkeit wird uns unsere eigene Kraft und Stärke bewusster. Oft fühlen wir dadurch (wieder) mehr Lebensfreude, führen ein erfüllteres Leben und stärken den Körper sowie die Seele. Gerade zu Beginn kann es, je nach Themen und mentaler Verfassung, sinnvoll sein, sich eine Weile therapeutisch begleiten zu lassen. Das kann, neben der Aufarbeitung von belastenden Themen, dabei helfen, wiederkehrende Muster zu erkennen und sich bewusst für neue Wege zu entscheiden. Natürlich idealerweise im eigenen Tempo und so, wie es individuell zu einem passt.

Hinweis: Der Artikel „Selbstwirksamer Leben – Impulse für ein erfülltes Dasein“ von Vanessa Kämper ist ursprünglich in unserer Mitgliederzeitschrift (06/2025) erschienen.

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Vanessa Kämper, M.A.
Vanessa Kämper

Vanessa Kämper ist seit 2024 als Redakteurin für die Karl und Veronica Carstens-Stiftung tätig. Zuvor hat sie bereits viele Jahre in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gearbeitet, vorrangig im Gesundheitswesen. Sie ist außerdem selbstständig als Heilpraktikerin für Psychotherapie und freie Redakteurin.