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diverse Kohlgemüse in intensiven Farben
Gesundheitstipp des Monats

Kohl – das gesunde Wintergemüse

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Gesundheitstipps Ernährung Rezepte

Gesundheitstipp des Monats 11/2022:
Kohl spielt nicht nur als vitamin- und ballaststoffreiches Lebensmittel eine wichtige Rolle, sondern gilt seit der Antike als bewährtes Heilmittel. Gute Gründe also, sich mit dem Kohl und seinen Verwandten zu beschäftigen und sie für die moderne Küche neu zu entdecken!

Zusammenfassung

Kohl enthält zahlreiche Vitamine, insbesondere Vitamin C, außerdem Mineralstoffe, Spurenelemente, Ballaststoffe sowie Senfölglykoside. Grünkohl enthält besonders viel Kalzium.

Zu den Kohlsorten gehören nicht nur Weißkohl und Wirsing, sondern auch Blumenkohl, Brokkoli und Romanesco, Rotkohl (Rotkraut bzw. Blaukraut), Rosenkohl und Kohlrabi, Spitzkohl, Chinakohl und Pak Choi.

Viele Kohlsorten lassen sich als Rohkost verzehren oder in Salaten verwenden, darunter Kohlrabi, Blumenkohl und Brokkoli. Besonders beliebt ist auch der Weißkohl, der zu Krautsalat verarbeitet wird.

Kohl enthält besonders viel Vitamin C, außerdem viele Ballaststoffe, Mineralstoffe und Spurenelemente sowie Flavonoide und Senfölglykoside, die antioxidativ und entzündungshemmend wirken.

Vitamin C ist gut für das Immunsystem und eine wichtige Hilfe bei der Bildung zahlreicher Hormone und Nervenbotenstoffe (z. B. Serotonin). Es aktiviert Vitamin D, Folsäure und Vitamin E und verbessert die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung. Vitamin C schützt auch unsere Gefäßwände und stabilisiert das Bindegewebe.

Nahrhaftes Wintergemüse und bewährtes Heilmittel

Wer an Kohlgerichte denkt, hat nicht selten den vermeintlich typischen Treppenhausgeruch spießiger Mehrfamilienhäuser vor Augen. Kohl gilt als schwerverdaulich, und insbesondere seine blähende Wirkung ist gefürchtet.

Dabei wird häufig vergessen, dass Kohl seit Menschengedenken nicht nur als gesundes Lebensmittel eine wichtige Rolle spielt, das auch in den Wintermonaten verfügbar ist, sondern schon seit der Antike als Heilmittel verwendet wird.

Weißkohl und Wirsing enthalten ebenso wie ihre nächste „Verwandtschaft“ – z.B. Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl, Kohlrabi, Chinakohl und Pak Choi – zahlreiche Vitamine, allen voran Vitamin C, außerdem Mineralstoffe, Spurenelemente und Ballaststoffe sowie Substanzen, die zur Gruppe der Senfölglykoside oder Glucosinolate gehören.

Die große Familie der Kreuzblütler

Unsere Kohlsorten stammen wie alle ihre engen Verwandten von dem ursprünglich im Mittelmeerraum beheimateten Wildkohl ab und zählen zur Gattung Brassica oleraceae. Die Gattung wiederum ist Teil der großen Pflanzenfamilie der Kreuzblütler (Cruciferaceae), zu denen auch Senfarten und Kressen sowie Rettiche und Rübensorten gehören. Gemeinsam ist all diesen Arten, dass sie einen scharf-würzigen, senfartigen Geschmack haben.

Antibiotische und antioxidative Wirkung durch Senfölglykoside

Glucosinolate liegen in der Pflanze in inaktiver Form vor und entfalten ihre Wirkung erst, wenn die Zellwand beschädigt wird. Sie reagieren dann mit einem Enzym und es bilden sich Senföle, die entweder scharf und beißend oder auch etwas bitter schmecken. Ursprünglich ein natürliches Abwehrmittel der Pflanzen gegen Fressfeinde und eindringende Keime bei Wunden, zeichnen sich die Senföle durch eine deutliche antibakterielle und keimmindernde sowie antioxidative Wirkung aus. In der Volksmedizin werden sie folgerichtig als natürliches Antibiotikum verwendet.

Die antibiotische und antioxidative (also zellschützende) Wirkung wurde inzwischen auch wissenschaftlich nachgewiesen. Insbesondere Brokkoli und Blumenkohl standen dabei im Fokus der Forschenden. In Untersuchungen unter anderem an der Universität Heidelberg konnte gezeigt werden, dass der regelmäßige Verzehr (3-5 Portionen pro Woche) von Brokkoli oder Blumenkohl das Risiko einer Tumorstreuung bei Patienten mit Prostatakrebs um bis zu 50 Prozent verringern kann. In der Liste der "Anti-Krebs-Lebensmittel" des Nationalen Krebsinstituts der Vereinigten Staaten steht Kohl mit seinen Verwandten ganz oben.

Entzündungshemmende Wirkung von innen und außen

Sowohl innerlich als auch äußerlich angewandt können die Senföle ihre entzündungshemmende und antioxidative Wirkung entfalten. So wird in der populärwissenschaftlichen Literatur immer wieder empfohlen, rohen Kohlsaft bei Magenbeschwerden, insbesondere bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, zu sich zu nehmen. Auch rohes Sauerkraut oder Sauerkrautsaft gelten in der Volksheilkunde als Rezept gegen Geschwüre.

Äußerlich angewandt werden Kohlauflagen bei unterschiedlichsten Beschwerden empfohlen, so zum Beispiel bei Brustentzündungen stillender Frauen, bei Neuralgien, Muskelrheuma, Hämorrhoiden, Gicht, Hüftschmerzen oder auch Gelenkrheuma.

Die Naturheilkundekliniken am Immanuel Krankenhaus in Berlin sowie an den Kliniken Essen-Mitte setzen Kohlauflagen seit Jahren erfolgreich im klinischen Alltag bei Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen ein, zum Beispiel bei Gonarthrose im Knie.

Stoffwechseltalent Kohl

Alle Kohlsorten sind reich an Ballaststoffen und bekannt für ihre verdauungsfördernde Wirkung. Dabei sind einige Sorten, z.B. Brokkoli, Romanesco und Blumenkohl, etwas leichter verträglich und gleichzeitig besonders reich an Vitamin und Mineralien. Die Kohlklassiker Wirsing und Weißkohl dagegen sind bei empfindlichen Gemütern berüchtigt für ihre blähende Wirkung. Kümmel kann hier als Gewürz für Abhilfe schaffen.

Weniger bekannt ist, dass die schwefelhaltigen Senföle, die wir in erster Linie mit unangenehmen kohltypischen Gerüchen in Verbindung bringen, besonders geeignet sind, um die Eiweißverstoffwechselung anzuregen. Ballaststoffe können außerdem Gallensäuren binden, ein Effekt, der dazu führt, dass aus körpereigenem Cholesterin neue Gallensäuren hergestellt werden müssen. Kohl kann also eine günstige Wirkung auf den Cholesterinspiegel haben.

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Annette Kerckhoff · Bettina Goderbauer

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Kohl – Allroundtalent für die moderne Küche

Kohl lässt sich nicht nur zu deftigen Eintöpfen mit Fleischeinlage verarbeiten. Viele Kohlsorten eignen sich hervorragend als Zutat sowohl in der leichten vegetarischen Küche als auch in internationalen Gerichten. Schonend zubereitet, gedünstet oder als Rohkost bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe besser erhalten – und der Hausflur riecht anschließend nicht so streng…

Höchste Zeit also, das heimische "Superfood" neu zu entdecken. Der Exklusivratgeber zum Thema Kohl, der von Natur und Medizin herausgegeben wurde, enthält viele schmackhafte Rezepte, die wieder Lust auf Kohl machen und ihn von seinem Image als muffiges Eintopfgemüse befreien. Wie immer vermittelt der Ratgeber aber auch eine Menge Wissenswertes über Herkunft, Hintergründe und besondere Heilwirkungen des Kohl.

Und auch im Kochbuch 70+ (Annette Kerckhoff, Bettina Goderbauer, KVC Verlag, Essen 2021) lassen sich einige alltagstaugliche Kohlrezepte entdecken:

Brokkoli-Hirse mit Schafskäse

½ Zwiebel

1 EL Öl

¼ Liter Gemüsebrühe

100 g Hirse

250 g Brokkoli (frisch oder TK)

1 Tomate

1 Packung Schafskäse, gewürfelt

Salz (Vorsicht, der Schafskäse ist salzig) und Pfeffer aus der Mühle

Schnittlauch zum Bestreuen

Zubereitung Brokkoli-Hirse mit Schafskäse

Zubereitung Gurkentonikum

Zwiebel schälen, in Würfel schneiden und im Öl andünsten. Gemüsebrühe und Hirse dazugeben, ca. 20-30 Minuten mit Deckel auf kleiner Stufe garen. Brokkoli putzen, in wenig Wasser separat 15 Minuten kochen. Tomate vom Stielansatz befreien und in Würfel schneiden. Schafskäse in Würfel schneiden. Brokkoli, Tomaten- und Käsewürfel unter die Hirse mischen, Käse leicht anschmelzen lassen. Mit Schnittlauch bestreut servieren.

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PD Dr. Christian Keßler über
individuelle und planetare Gesundheit durch pflanzenbetonte Ernährung

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